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Dienstag, 6. Oktober 2015

Frustrationstoleranz.

Zu unserer Schande muss ich sagen, dass wir das Frustrationstoleranztraining im Zuge unseres Umzugs und anderer Trainingseinheiten wie "Bei Fuß"-Übungen vernachlässigt haben. An Bellas Verhalten der letzten Tage, insbesondere bei den "Bei Fuß"-Übungen, war aber deutlich zu merken, dass das eine nicht ohne das andere funktioniert: Frustrationstoleranz muss zur gleichen Zeit wie alle anderen Übungen trainiert werden.

Doch was ist eigentlich Frust? 

Frust kennen wir Menschen nur zu gut. Wenn etwas nicht so läuft, wie wir es gerne hätten, werden wir wütend, ungehalten, stinkig - und genau so ist es bei Welpen, bzw. bei Hunden generell, auch: Sie werden stinkig. Hunde zeigen uns ihre schlechte Laune aber selbstverständlich anders, als wir Menschen sie zeigen. 

In Bellas Fall zeigt sich Frust beispielsweise bei Spaziergängen, wenn man sie von einem für uns übelriechenden Pferdemisthaufen weg holt, indem sie hoch springt und bellt und versucht, in die Arme zu zwicken. Das ist weniger ein Beißen als ein Zupfen in die richtige Richtung, ein Festhalten nach dem Motto "HAAAALLOOOOO! MENSCH, ich war noch nicht fertig, wir gehen da jetzt wieder hin! SOFORT!". Auch in der Wohnung kann ein Hund frustriert sein, wenn man gerade nicht mit ihm beschäftigt. Welpen wollen Action, wollen spielen und toben - und das geht eben nicht immer. So sind sie dann frustriert, klauen - wie Bella - benutzte Taschentücher oder wollen sonst irgendwie die Aufmerksamkeit ihrer Menschen auf sich ziehen. 

Welpen sind eben wie Kinder. Kinder machen auch Lärm, bauen auch Mist, wenn sie frustriert sind. Und genau wie Kinder müssen Welpen lernen, dass nicht immer alles so läuft, wie sie es gerne hätten.

Es gibt einige einfache Situationen, die Welpen frustrieren, sich aber gleichzeitig hervorragend eigenen, um ihre Frustrationstoleranz zu üben.

Gestern Nachmittag habe ich Bella ein Leckerchen vor die Nase gelegt - und ihr verboten, es sofort zu fressen. Im Laufe der nächsten Stunde (ja, eine ganze Stunde lang) kamen weitere, herrlich stinkige Leckerchen dazu, die ich allesamt an ihrer Nase vorbei vor sie auf den Boden legte. Innerhalb der ersten halben Stunde lag sie mit der Nase vor dem Leckerchenstapel. Die stupste dran, sprang auf, schlug mit der Pfote drauf, versuchte, mich leise anzubellen, sah aber schnell ein, dass das eine dumme Idee war, legte sich wieder hin, stupste - und bei jeder Berührung des Futters hörte sie ein "Nein" oder "Warte". Irgendwann legte sie sich zu mir auf die Couch, beobachtete ihre Leckerchen aber weiterhin. Mitten in der Übung kam Christian nach Hause - und die Übung lief einfach weiter. Sie hat ihn zwar begrüßt, doch nachdem er noch weitere Leckerchen auf den Stapel legte, stupste sie wieder daran herum. Nach einer Stunde habe ich die Übung aufgelöst. 

Auch die abendliche Fütterung haben wir zur Übung genutzt. Ein großer Napf Welpenfutter mit ein paar Stinkeleckerchen darin stand vor ihrer Nase - 20 Minuten lang durfte sie nicht dran. Sie ging drum herum, versuchte wieder, mich anzubellen, sah wieder ein, dass das doof wäre, legte sich schwanzwedelnd vor ihren Napf, schlich wieder um ihn herum. Als nach 20 Minuten das "Friss"-Kommando kam, war sie sichtlich erleichtert. 

Heute Morgen habe ich ihr direkt wieder ein Leckerchen vor die Nase gelegt - dieses Mal nur eines - und sie 30 Minuten darauf warten lassen. 

Während der Welpe wartet, kann man alle möglichen Dinge erledigen - weit von seinem Leckerchen entfernen, wird er sich nicht. Auch das Erledigen des Haushalts oder ähnlicher Dinge gehört zu den Sachen, die Welpen frustrieren können, da man sich ja nicht mit ihnen beschäftigt. Hier kann man also mehrere Frustrationsauslöser gleichzeitig herausfordern. 

Sonntag, 4. Oktober 2015

Wir beginnen mit dem Clickertraining!

Ich habe schon vor einer Weile einen Clicker gekauft, um zu testen, ob Bella überhaupt mit soetwas klar käme - immerhin ist es möglich, dass ein Hund sich vor dem Geräusch des Clickers erschreckt. Als ich feststellte, dass sie offenbar damit klar kommt und auch die Vernüpfung zwischen einer richtig ausgeführten Übung, dem "Click"-Geräusch und dem darauf folgenden Leckerchen ihr leicht zu fallen scheint, habe ich beschlossen, mich intensiver mit dem Thema auseinander zu setzen.

Klar, das Internet ist vollgestopft mit Informationen über das Clickertraining - aber ich bin nun mal ein Bücherwurm und habe gern etwas in der Hand, mit dem ich arbeiten kann. Also kaufte ich mir zum Einstieg die "Hunde Clicker-Box" von GU - diese enthält ein kleines Büchlein, das einige Informationen zum Clickertraining gibt, aber auch einen Clicker (nun haben wir zwei - aber besser einen zu viel als einen zu wenig) sowie Lernkarten, auf denen leicht verständlich erklärt verschiedene Übungen (sowohl Grundübungen als auch fortgeschrittene Übungen) beschrieben sind. 

Interessant finde ich, dass auch hier in dieser Informationssammlung wieder drin steht, dass es für einen Hund nicht leicht ist, das "Bei Fuß"-Gehen zu lernen - er muss hierfür sämtliche Konzentration aufbringen. Er muss seine natürlichen Triebe, durch die Gegend zu laufen und alles zu beschnuppern, unterdrücken. Da ist es also kein Wunder, dass diese Übung einem kleinen Welpenmädchen, das auch noch so wuselig ist wie unsere Bella, noch schwer fällt. 

Nun steigen wir also in das Thema Clickertraining ein, beschäftigen uns mit Dingen wie dem freien Formen (oh, was war ich verwirrt durch diese Begrifflichkeit - konnte mir darunter gar nichts vorstellen; es handelt sich hierbei darum, Verhaltensweisen, die der Hund eher zufällig und ohne Kommando ausführt, die man aber als gut erachtet, mit einem "Click" und einem Leckerchen zu belohnen, damit diese sich festigen) und beobachten gespannt die Fortschritte, die Bella macht. 

Mittwoch, 30. September 2015

Randaaaale!

"Randale" ist Bellas neuer zweiter Vorname. Nicht nur, dass sie, wie kürzlich schon beschrieben, zur Diebin mutiert ist und Schwämme & Co. mitgehen lässt, nein, heute sprang sie dazu auch noch, während wir spazieren gegangen sind, wie wild an mir hoch, wollte mich zum Spielen auffordern und zupfte und riss zu diesem Zweck mit ihren schönen, neuen Zähnen an meiner ebenso schönen aber weniger neuen Jacke herum. 

Dieses Verhalten ist selbstverständlich vollkommen inakzeptabel. Es geht nicht, dass sie sich daran gewöhnt, an mir hoch zu springen und mich zu attackieren, selbst wenn sie damit nur zeigen will, dass sie spielen und länger draußen bleiben will. 

Also, was mache ich? 

Da meine sehr, sehr, seeeeehr preiswerte Wasserpistole, die ich mir in Renesse aufgrund ähnlicher Spielattacken (die aber eine Weile aufgehört hatten), zugelegt hatte, mittlerweile das Zeitliche gesegnet hat, habe ich mir heute eine Wassersprühflasche aus Plastik im Baumarkt besorgt, mit der man normalerweise Pflanzen bewässert. 900 ml Wassertank. Nun bewässere ich also Bella.

Im Anschluss an meinen erfolgreichen Einkauf konnte ich - ebenfalls erfolgreich - die neue Errungenschaft gleich testen. Nachdem ich sämtliche Lebensmitteleinkäufe verstaut hatte und den Papiermüll in den dafür vorgesehenen Beutel gelegt und den Raum verlassen hatte, kam klein Bella stolz wie Oskar mit einem Stück Pappe ins Wohnzimmer gelaufen. Auf mein "Nein" reagierte sie erst nicht. Dann sagte ich nochmal "Nein", sprühte ihr dieses Mal aber etwas Wasser entgegen - und siehe da: Sie ließ los. 

Ich bin guter Dinge, dass damit unangenehme Spielattacken, mit denen sie ihren Willen durchsetzen will, weil ihr etwas so, wie es gerade läuft, nicht in den Kram passt, ein Ende haben - und auch, dass ihre kriminelle Karriere so beendet werden kann. 

Dienstag, 29. September 2015

"Und los" und "Komm rein".

Bekanntermaßen ist Bella mitten in ihrer "Sturm und Drang"-Phase: Rennen, zerren, ziehen, springen, hüpfen, alles ist spannend, aufregend und es gilt alles neugierig zu erkunden. Entspannte Spaziergänge fangen aber schon beim entspannten Verlassen der Wohnung an und hören mit der entspannten Rückkehr in die Wohnung wieder auf. 

Um Bella daran zu hindern, an uns vorbei heraus aus der Wohnungstür zu stürmen, die 5 Stufen zur Haustür herunter zu springen und schleunigst auf die Wiese zu gelangen, haben wir uns folgendes ausgedacht:

Vor der Wohnungstür setzt Bella sich auf das Kommando "Sitz" oder ein Fingerschnipsen (so mache ich es meistens) hin. Dann legt man die Hand auf den Türgriff und öffnet langsam die Tür, zunächst nur einen Spalt weit. Steht Bella auf und drängt nach draußen, wird die Tür wieder verschlossen. Setzt Bella sich wieder, wird die Tür wieder geöffnet, einen Spalt breit, etwas weiter. Bleibt sie sitzen, geht die Tür ganz auf und Bella darf auf das Kommando "Und los" oder "Komm" gemeinsam mit demjenigen, der sie an der Leine hat, also mit Christian oder mit mir, die Wohnung verlassen.

Vor der Haustür, obwohl diese aus Glas ist und so schon raus schauen kann, machen wir es genauso - und wenn ein anderer Hund vorbei geht werden der Reiz und der Drang, nach draußen zu gelangen, nur noch größer und der Lernerfolg, sofern die Übung klappt, noch besser. 

Haben wir den Spaziergang beendet und stehen wieder vor der Haustür, dann setzt sie sich auch dort hin, bis wir aufgeschlossen haben. Durch die offene Tür geht erst einer von uns oder auch wir beide gleichzeitig, bis wir Bella mit dem Kommando "Komm rein" zu uns bitten. Auch hier schließen wir die Tür selbstverständlich wieder, wenn sie ihr sitzen beendet, bevor wir sie reinbitten. Vor der Wohnungstür wiederholen wir das Ganze nochmal. 

Ein Moment, bei dem Hereinkommen keine Option ist: Beim Sonnenbaden auf dem Balkon.
 

Montag, 28. September 2015

High Five!

Pfötchen geben kann Bella schon eine ganze Weile - über einen Monat, wenn ich mich nicht irre. Vor einigen Wochen haben wir ein paar Mal versucht, ihr ein "High Five" zu entlocken, haben das aber nicht weiter verfolgt, weil wir uns dachten, dass sie erst mal mehr Grundkommandos wie "Bei Fuß" beherrschen sollte, bevor wir mit weiteren Tricks anfangen.

Wir haben die Übung also sein gelassen und uns auf andere Dinge konzentriert. Spaßeshalber sagte Christian letzte Woche "High Five!" zu ihr, ohne zu erwarten, dass sie ihn abklatscht - aber sie tat es! Sie klatschte mit ihrer Pfote gegen seine Hand! 

Als wir versucht haben, ihr das "High Five" beizubringen, haben wir uns ihr Pfötchen geben lassen, es dann auf der Hand liegend hochgehoben und "High Five" gesagt. Offensichtlich hat sie sich die Worte und die Bewegung gemerkt und reagiert nun tatsächlich auf ein kaum geübtes Kommando - komisch, "Bei Fuß" klappt immer noch nicht richtig...  

Samstag, 26. September 2015

Endlich angekommen.

Wir haben es geschafft. Unseren Umzug haben wir erfolgreich über die Bühne gebracht :)

Die erste Nacht haben wir bereits letzte Woche Samstag in unserer neuen Wohnung verbracht, aber weil ein gewisser Internetanbieter leicht unzuverlässig ist und wenig brauchbare Außendienstmitarbeiter zu den Kunden schickt (*hust* Ein Wink in Richtung UnityMedia! Herzlichen Dank!), haben wir erst jetzt wieder Internet. 

Bella packt aus.

Selbstverständlich sieht unsere Wohnung noch lange nicht so aus, wie wir uns das vorstellen - noch stehen Umzugskartons im Weg, einige Möbel müssen noch aufgebaut oder überhaupt erstmal gekauft werden (wie zum Beispiel unsere neue Küche - noch haben wir keine und kochen auf einer einzelnen Herdplatte). Kurzum: Es herrscht noch immer recht viel Chaos. 

Einräumen des neuen Kleiderschrankes - natürlich nicht ohne Bella.



Aber dennoch haben wir es geschafft. 

Für Bella war das alles natürlich nicht so toll - gut, den Hauptumzugstag letzten Samstag hat sie gemeinsam mit Johnny und meiner Mutter bei meinen Eltern zuhause verbracht und Johnny ordentlich durchgekaut. Manchmal möchte man meinen, dass sie ihn mit einem Kauspielzeug verwechselt. Aber ich habe das Gefühl, dass sie sich hier noch nicht richtig eingelebt hat. Oder ihr Hormonhaushalt ist langsam durcheinander.

Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass wir noch einige Male gemeinsam mit ihr in die alte Wohnung gefahren sind, da wir dort noch einige Aufräum- und Renovierungsarbeiten zu erledigen hatten. Auch zur Übergabe der Wohnung an den Vermieter werden wir nochmal gemeinsam mit ihr in die Wohnung fahren, die Gegend werden wir vermutlich auch noch öfter besuchen - allein damit sie ihre bisher gewonnenen Hundekumpel nicht vollkommen aus den Augen verliert. 

Aufräumen in der alten Wohnung.

Der Balkon musste natürlich auch noch geputzt werden!

Das Laminat zu entfernen war besonders anstrengend...

Ich habe mich allerdings bewusst entschlossen, Bella nicht aus allen Aufbau-, Abbau- und Renovierungsarbeiten herauszuhalten. Sie soll sich nun, da sie noch in einem guten Alter ist, um sich an alle möglichen Geräusche zu gewöhnen, auch die Geräusche von Bohrern, Akkuschraubern, umfallenden Brettern und Wasserwaagen (uuuupps...) und Nägel in die Wand hämmernden Hämmern kennenlernen. Und für jedes nicht angebellte oder umgestoßene elektrische Gerät gab es ein Lob - selbst der Staubsauger, den wir in den letzten Tagen häufig benutzt haben, bellt sie auch nur noch selten an (obwohl der ja all die tollen Dinge vom Boden fressen darf, die sie nicht fressen darf). 

Nun hängt ein Regal im Wandschrank, in dem sich all die tollen Leckereien und Spielzeuge für Bella befinden - das hat sie sich natürlich auch schon gemerkt und sitzt regelmäßig davor, in der Hoffnung dann etwas Essbares zu bekommen.

Regale aufhängen ist total ermüdend!

Donnerstag, 17. September 2015

"Bei Fuß!" ... oder auch nicht.

Welpen zieht es, sobald sie draußen sind, in alle Himmelsrichtungen - links ist ein interessanter Busch, und oh, dort rechts, da flattert ein Blatt, und da hinten, hinter den 12 Autos, da kommt doch ein anderer Hund, oder etwa nicht?

Ja, Ablenkungen gibt es draußen wie Sand am Meer. Und wir als Herrchen und Frauchen wollen doch eigentlich nur einen gemütlichen Spaziergang mit unserer Kleinen machen, am besten wäre es, wenn sie auch noch bei Fuß gehen würde und nicht mit Vollgas in Richtung der nächsten Ablenkung drängen würde. 

Doch nicht ihrem Drang, ihrem Instinkt, zu folgen und den Verlockungen der Welt stattdessen zu widerstehen, ist - wie das Wort "Instinkt" unschwer erkennen lässt - absolut unnatürlich für den Welpen (und für erwachsene Hunde auch - doch gut erzogene Hunde schaffen es, ihren Impulsen stand zu halten). Lernen muss ein Welpe genau das trotzdem: Bei Fuß gehen, nicht allem hinterher jagen.

Bella davon zu überzeugen, wenn sie etwas weiter weg gelaufen ist, zu uns zurück zu kommen, klappt mittlerweile meistens sehr gut: Wenn ihre Leine unter Spannung steht, sie also nicht weiter laufen kann, aber trotzdem nach vorne zu ziehen versucht, bleiben wir stehen. Wir ankern also, spielen Baum und bewegen uns nicht weiter. Bella bleibt dann stehen, guckt sich nochmal um und kommt dann zu uns zurück gelaufen. So weit, so gut.

"Bei Fuß" ist aber wieder ein ganz anderes Thema - es klappt nämlich noch nicht so gut. Natürlich, von einem fünfeinhalb Monate alten Welpen erwarte ich das auch nicht. Aber seitdem wir sie haben, wird die Strecke, über die sie "Bei Fuß" geht, immer länger. Unser Trick besteht aus reichlich Leckerchen für die "Bei Fuß" gelaufene Strecke, denn Bella ist wahnsinnig verfressen.* Ein "Bei Fuß"-Gehen einzuleiten funktioniert am besten, wenn Bella erstmal neben mir "Sitz" macht. Dann halte ich ihr ein Leckerchen vor die Nase, sage "Komm" und laufe los. Das Leckerchen halte ich in Hüfthöhe - sie riecht es noch, kommt aber nicht dran. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht versucht: Im Stechschritt neben mir her laufend versucht sie, meine Hand durch stupsen und knabbern zu öffnen. Wenn sie das tut, halte ich das Leckerchen noch etwas weiter oben, damit sie weniger Chancen hat, an meine Hand zu kommen. Ist sie eine Weile "Bei Fuß" gegangen, hat also das richtige Verhalten gezeigt, sage ich "Bei Fuß" und gebe ihr ein Leckerchen. Meistens macht sie dann einen Abflug, bleibt sie aber bei mir und geht weiterhin "Bei Fuß", dann folgen weitere Kommandos mit weiteren Leckerchen. Den Gang neben ihrem Menschen mit dem Kommando "Bei Fuß" und den Leckerchen zu verknüpfen, fällt Welpen oft schwerer als "Sitz" und "Platz" zu lernen. Aber Übung macht den Meister!

*In den letzten Tagen klappt die Überzeugung mit Leckerchen nicht so gut, da sie einerseits wohl Schmerzen beim Kauen hat und andererseits etwas am Essen zu mäkeln versucht. 

Sonntag, 6. September 2015

Bella wird erwachsen.

Bella ist nun etwas älter als fünf Monate, bald fünfeinhalb Monate alt. Sie wird langsam erwachsen, entwickelt sich weiter, lernt dazu, testet aber natürlich auch ihre Grenzen innerhalb des "Rudels". Und sie wächst wie Unkraut.


Zwischen diesen beiden Bildern liegen sechs Wochen.

Besonders schön für uns ist, dass sie mittlerweile zwischen 7 und 9 Stunden pro Nacht schlafen kann - das ist zwar nicht jede Nacht so, aber es werden immer mehr Nächte, in denen sie so lange schläft. Sie schläft in unserem Schlafzimmer, einen großen Teil der Nacht über auf dem Boden oder zusammengerollt in ihrer Box, aber irgendwann, ich weiß nicht aus welchem Grund, stellt sie sich mit den Vorderpfoten auf unsere Matratze und möchte zu uns ins Bett krabbeln. Sie schafft es nicht, wenn sie todmüde ist, selbst ins Bett zu hüpfen, also hebe ich sie dann herein. Ja, Bella schläft inzwischen in unserem Bett. Sie verhält sich meistens sehr ruhig und wir haben das Gefühl, dass sie seitdem eine intensivere Bindung zu uns hat. 

Zudem verliert sie zunehmend mehr ihrer Milchzähne. Momentan fehlen ihr die unteren beiden Reißzähne - sie sieht gerade ein bisschen aus wie ein Vampir, da die oberen noch da sind. Zu schade, dass sie sich nicht überreden lässt, davon ein Foto zu machen. Leider scheint sie starke Schmerzen beim Zahnen zu haben, denn sie hat so ihre Momente, in denen sie sich ihre Pfoten über die Schnauze legt oder in denen sie auf allen möglichen Dingen herum zu kauen versucht (was sie sonst nicht in diesem Ausmaß gemacht hat). Sie scheint außerdem Probleme mit Leckereien wie kleinen Kauknochen zu haben, die ihr vorher keine Probleme bereiteten. Das Zahnfleisch ist leicht gereizt, aber natürlich hinterlässt jeder Milchzahn, den sie jetzt verliert, eine blutige Wunde. Hier und dort Blutflecken auf ihren Plüschtieren sind momentan also nicht so selten. So wie ihr Gebiss gerade aussieht, befinden wir uns im Endspurt des Zahnens. Gegen die Entzündungen bekommt sie stark verdünnten Kamillentee und außerdem Eiswürfel zur Betäubung des gereizten Zahnfleischs. 

Einen weiteren großen Fortschritt hat sie in Sachen Geduld gemacht: Die Konzentrations- und Geduldsaufgabe, die wir mit den Leckerchen auf den Pfoten geübt haben, funktioniert nun auch draußen. Ich habe sie schon mit ihr am Strand, auf Wiesen, auf Gehwegen geübt, sodass sie sich daran gewöhnt, auf verschiedensten Untergründen geduldig auf ihr "Friss"-Kommando zu warten. 
Diese Übung hilft uns auch, ihre "Spielattacken" in den Griff zu bekommen. Leider hat sie immer noch diese Eigenheit (dieses Verhalten wird aber langsam seltener), dass sie an jemandem hochspringt und in die Kleidung oder sonstige greifbare Dinge zu beißen bzw. zu zwicken (ein richtiger Biss ist das nicht), um zum Spielen aufzufordern. Bringt man sie aus dieser Situation in ein "Platz" und sorgt dann dafür, dass sie sich auf die Leckerchen konzentriert, beruhigt sie sich wieder: Ihr Puls wird langsamer, die Atmung ruhiger. 
Dass wir dieses Verhalten unterbinden soll jetzt nicht heißen, dass wir nicht mit ihr spielen, nein. Es gibt bloß Regeln für das Spielen mit Menschen, die einschließen, dass Klamotten und Menschenhaut zu empfindlich sind, um herein zu beißen. Da sie die Beißhemmung leider nicht früh erlernt hat, ist es ein hartes Stück Arbeit, sie noch nachträglich dazu zu lernen. Eigentlich ist die Beißhemmung ja etwas, das Welpen bis zur 12. Lebenswoche von ihrer Mutter lernen oder aber kurz darauf vom "zuständigen" Menschen. Nunja, wir schaffen das schon. Zumindest machen wir tolle Fortschritte. 

Auch Bellas Fell hat sich in den vergangenen Wochen stark verändert. Es wird länger und fühlt sich glatter an, sie hat weniger Welpenflaum und die bessere Ernährung führt dazu, dass es sich nicht mehr strohig anfühlt. 

Samstag, 5. September 2015

Leinenlos.

Bella ist mein erster Welpe und Christians erster Hund. Bei Jimmy, meinem ersten, sanften aber bescheuerten Riesen, hatte ich kein Problem damit, ihn abzuleinen: Er lief zwar dann und wann gerne mal ein paar Meter zu weit weg, kam aber immer zurück (wenn es auch mal etwas länger dauerte). Jimmy war das Leben draußen offenbar gewohnt, da er wohl mehr als einmal von einer der Familien, die ihn kurzzeitig aufgenommen hatten, weggelaufen war, bevor wir ihn aus dem Tierheim holten. 

Bei Bella bin ich jedoch eine Glucke. Eine absolut unsichere, den Hund am liebsten nie loslassen wollende und kontrollierende Glucke. Ich habe Angst, dass sie nicht mehr zurück kommt, wenn ich sie ableine und sie ihre Umgebung erkundet. Angst, dass sie irgendeinen Mist frisst, wenn sie alleine durch ein Gebüsch rennt - und der Mist giftig sein könnte. Angst, dass sie vor ein fahrendes Auto rennt oder versucht, Autos hinterher zu jagen. Angst, dass sie einen Menschen anspringt, der Angst vor Hunden hat oder aber ein Hundehasser ist. 

Am Strand in Renesse waren zumindest einige dieser Punkte nicht gegeben - dort waren keine fahrenden Autos vorhanden, keine vielbefahrene Straße war in der Nähe, außerdem konnte sie sich an Johnny orientieren, den sie kaum aus den Augen lassen wollen würde. Hier in Mettmann jedoch sind diese Ängste eher präsent und außerdem ist Johnny nicht immer mit uns draußen. 

Aber heute waren wir mit ihr auf einem Feld, daneben entlang führt ein etwas matschiger, aber trotzdem gut begehbarer Weg in Richtung eines Waldstücks. Das Feld liegt zwar an einer vielbefahrenen Straße, wenn man allerdings weit genug in Richtung des Waldes geht, sieht man nichts mehr von den Autos und hört sie kaum noch. Angstauslöser umgangen!

Wir übten zunächst mit der langen Flexileine, die wir kürzlich gekauft haben, das Zurückkommen auf Ruf oder Pfiff. Die Leine ist ungefähr 8 Meter lang und wir üben das Rückrufen immer wieder, wenn wir mit ihr unterwegs sind. Da das mittlerweile ganz gut klappt, waren wir besonders mutig und leinten sie ab - und siehe da, Bella lief nicht allzu weit weg und orientierte sich dauerhaft an uns. Sie reagierte auf ihren Namen und auf Pfiffe, wenn auch bei mir etwas besser als bei Christian, vermutlich weil wir dadurch, dass Christian tagsüber im Büro ist, mehr Zeit miteinander verbringen und sie etwas mehr auf mich fixiert ist als auf ihn, und lief uns nicht davon. 

Sie beschnüffelte aufgeregt ihre gesamte Umgebung: Das Feld, das nach Mäusen und anderen Tieren roch, Maulwurfshügel, sämtliche Gebüsche wurden inspiziert, eben so wie die Wiese und der Grillplatz vor dem Spielplatz des Waldgebietes. Sobald wir aber aus ihrer Sicht zu weit weg waren, lief sie uns automatisch wieder hinterher. Es soll sich hierbei um eine Eigenheit von Hütehunden halten - die starke Orientierung an ihren Haltern bzw. an ihrem Rudel oder ihrer Herde - aber ich glaube, dass das bei jedem Welpen oder Hund, der sich mit seinen Menschen wirklich wohl fühlt und eine Bindung zu ihnen hat, so ist. Zumindest kommt er früher oder später zurück und wird nicht auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Ablenkungen führen natürlich dazu, dass der Welpe oder Hund sich mehr Zeit lässt, um wieder zurück zu kommen, aber da muss dann der gluckenhafte Halter (also ich...) durch. 

Dienstag, 1. September 2015

Scheiße-Bau GmbH & Co. KG

Ich liebe Bella. Aber, wie (fast) jeder andere Welpe auch, hat sie viel Unsinn im Sinn. Welpen bauen eben manchmal Mist - und dann muss man ihnen auch mitteilen, dass das Mist war, sonst finden sie es irgendwann super, Scheiße zu bauen. 

Doch was hatte Bella angestellt?

Nun, ich hab sie vorhin für ca. 40 Minuten alleine gelassen. Das ist normalerweise kein großes Problem für sie, ein bis zwei Stunden schafft sie sonst quasi problemlos. So allerdings nicht heute: Heute, als ich im Bürgerbüro war, um mich umzumelden (JAAA, wir haben endlich eine schöne, größere, frisch renovierte Wohnung für uns drei gefunden!) und um die Unterlagen beim Ordnungsamt abzugeben, die für die Anmeldung großer Hunde gebraucht werden, hat sie aus der Wohnung meiner Eltern, in der wir uns sehr oft aufhalten und in der sie sich sehr wohl fühlt, eine kleine Achterbahn gemacht.

Auf der Couch lagen - und das ist meine Schuld, die habe ich nämlich nicht weggeräumt - eine Packung Dextro Energy und eine Packung Fisherman's Friend. Beides hat ihr offensichtlich geschmeckt, davon ist nämlich nichts mehr übrig, abgesehen vom Plastik. 
Außerdem hat sie eine, vielleicht aber auch mehrere, Muscheln aus einem Glas geklaut und auf dem Boden verteilt.
Dann hat sie noch einen Kuschelfrosch von einem Sessel gestohlen und ihn, aus welchem Grund auch immer, ins Badezimmer getragen. Zum Glück hat sie ihn nicht kaputt gebissen, der Frosch ist nämlich wirklich niedlich.
Und das Badezimmer? Weiß der Geier, was sie hier angestellt hat, aber um die Toilette herum war alles nass, der Deckel war jedoch runter geklappt. Vielleicht hat sie ihn geöffnet und dann ist der Deckel wieder herunter gefallen - wer weiß. Zudem lag eines ihrer Stofftiere in der Badewanne. Wie es da hin kam steht auch in den Sternen: Entweder hat sie sich auf den Badewannenrand gestellt und es fallen gelassen oder sie hat es mit Schwung in die Luft geworfen und es ist in der Badewanne gelandet.

Nichtsahnend kam ich in die Wohnung und die sehr schuldbewusste Bella tapste auf mich zu - und bekam ihre Standpauke. Ich habe sie dabei nicht mit ihrem Namen angesprochen, sondern sie "Hund" genannt, während sie mich in jede Ecke führte, in der sie Mist gebaut hatte. Ein kräftiges "Nein" beim Blick auf ihre kleinen Schandtaten genügte, damit sie mir mit hängendem Kopf um die Beine schlich. Nun liegt sie friedlich schlafend neben mir und sieht aus, als könne sie kein Wässerchen trüben. Hach, die Süße...

Warum genügt mittlerweile ein "Nein", damit Bella weiß, dass sie Mist gebaut hat?
Nun, während wir in Renesse waren, habe ich eine gute Methode entdeckt, mit ihr die Kommandos zu üben, die heißen, dass sie etwas sein lassen soll. Bella geht zwar gerne schwimmen, aber Wasser, das von oben kommt, findet sie ziemlich unschön. Also habe ich mir eine Wasserpistole gekauft und jedes Mal, wenn sie etwas tat, was sie nicht soll (z. B. in die Leine beißen) bekam sie ein "Nein" oder "Aus" zu hören - in Kombination mit einem kleinen Spritzer Wasser aus der Wasserpistole. Zugegeben, es ist ein sehr seltsames Gefühl auf den eigenen Hund zu schießen - aber im Endeffekt ist es ja nur Wasser. Die Trainings-Discs von Trixie haben bei ihr leider keinen allzu großen Eindruck hinterlassen: Nachdem sie diese einmal auf dem Boden liegend erwischt und durch die Gegend geworfen hat, hat sie keinen Respekt mehr vor dem scheppernden Geräusch gehabt. Das Wasser hingegen - und die Wasserpistole, die sie niemals zwischen die Zähne bekommen soll und hoffentlich auch nicht wird - hingegen weist sie offensichtlich genug in ihre Schranken. Ich halte diese Methode für nicht schädlich für den Hund, aber recht effektiv, um auch dem wildesten Wildfang Grenzen aufzuzeigen. 

Mittwoch, 26. August 2015

Konzentrationsübungen.

Ich bin so stolz auf sie!

Dass unsere Bella ein kleiner Wildfang ist, habe ich schon mehr als ein Mal erwähnt. Dass man Australian Shepherds wegen ihrer wilden Art zu Ruhe, Geduld und Konzentration erziehen muss, vermutlich auch.

Aber wie bringen wir Bella, die ganz offensichtlich ein rassetypischer Australian Shepherd ist, mehr Ruhe, Geduld und Konzentration bei?

Vorne weg: Jede Übung, die man mit dem Welpen anfängt, stärkt zudem die Bindung des Welpen zu seinem/seinen Menschen - wenn er im Anschluss an verpatzte Übungen nicht harsch ausgeschimpft oder gar körperlich schmerzhaft gemaßregelt wird. Eine körperliche Maßregelung wegen eines unverstandenen "SITZ"-Kommandos wird der Welpe im Leben nicht verstehen. Jede Übung, die von Erfolg geprägt ist, merkt sich der Welpe - das heißt jedoch nicht, dass der Welpe die Übung, sobald sie ein Mal funktioniert hat, perfekt beherrscht. Ein Welpe braucht viele, teilweise hunderte, Wiederholungen, um seine Übung sozusagen im Schlaf zu beherrschen. Je öfter man eine Übung wiederholt, desto leichter wird sie dem Welpen also mit der Zeit fallen. Und je besser die positiven Feedbacks, also die Belohnungen für eine richtig ausgeführte Übung, sind, desto heißer ist der Welpe darauf, die Übung richtig auszuführen. "Qualitätsleckerchen" und "Jackpots" eignen sich hervorragend für die frühe Lernphase einer neuen Übung. 

Wir haben vor ungefähr 2 Wochen mit folgender Übung zur Konzentrationsstärkung angefangen:

Bella legt sich auf das Kommando "PLATZ" hin, möglichst ruhig und entspannt. Sobald sie liegt, beginnen wir, ihr verschiedene, möglichst gut stinkende Leckerchen (Bellas persönliche Qualitätsleckerchen) nach und nach auf ihren Vorderpfoten oder sonst irgendwo direkt vor ihrer Nase zu platzieren. Sobald sie sich einem Leckerchen zuwendet und es auffressen will, folgt ein "NEIN" oder "WARTE". 

Am Anfang hat sie ein oder zwei Leckerchen auf jeder Pfote geschafft. Und heute? Ja, heute hat unsere Kleine den absoluten Jackpot geknackt. 15 Leckerchen! Auf das Auffressen dieser 15 wunderbar stinkigen Leckerchen hat sie ungefähr 5 Minuten gewartet (schließlich wollte ich ja noch ein paar Fotos von ihr schießen).

Bella, 5 Monate alt, 15 Leckerchen, 5 Minuten Wartezeit.

Und eigentlich spielt man ja mit Essen nicht... Eigentlich. Aber bei Futterspielen wie diesem darf man da wohl mal eine Ausnahme machen. Weil ich selbst langsam wieder etwas verspielt werde, habe ich sie nach den 15 Leckerchen noch auf dieses aus Leckerchen gelegte "B" (das logischerweise für Bella steht) warten lassen. Geduldig wartete sie weitere 5 Minuten, bis ich es endlich geschafft hatte, ein nach einem "B" aussehenden Buchstaben zu kreieren, den sie dann verputzen durfte.
Bella und das "Bella-B"
Bellas Konzentrationsfähigkeit hat sich in den letzten 2 Wochen also enorm gesteigert. Ich habe die Hoffnung, dass uns das sehr von Nutzen sein wird, wenn wir ihr weiter die Beißhemmung beibringen und sie daran hindern, in die Leine zu beißen.

Samstag, 22. August 2015

Ein lebhafter Welpe in einer belebten Innenstadt.

Damit ein Hund im Erwachsenenalter mit allen möglichen Situationen umgehen kann, sollte man ihn schon im zarten Welpenalter mit verschiedensten Situationen konfrontieren. In Bellas Fall war das heute eine sehr belebte niederländische Innenstadt, denn in Renesse war Abendmarkt und meine Eltern, Christian und ich gingen hin - und sie kam mit. 

Da zurzeit auch noch in einigen Bundesländern Sommerferien sind, waren entsprechend viele Deutsche (aber natürlich auch Niederländer) mit Kindern und/oder Hunden dort - also die absolute Herausforderung für Bella, denn sie liebt Kinder, ist begeistert von allen Erwachsenen und möchte jeden Hund kennenlernen, den sie sieht, egal ob dieser sie auch kennenlernen will oder nicht. 

Selbstverständlich sind wir mit ihr nicht über den Markt gegangen, auf dem sich dicht an dicht Menschen und auch Hunde drängten und die Essen verkaufenden Marktbuden ihre Gerüche in der Luft verteilten, denn das wäre einfach zu viel für Bella und ihre wuselige Art gewesen. Stattdessen haben wir uns etwas abseits auf eine Mauer gesetzt und gemeinsam mit ihr das Geschehen beobachtet, bis meine Eltern ihre Runde über den Markt beendet hatten. 

Verschiedenste Hunderassen, freundliche und weniger freundliche Hunde, kamen auf Bella zu oder hielten sich von ihr fern, Menschen wollten sich sie genauer anschauen, und für Bella war alles wahnsinnig aufregend. Von der Mauer aus konnten wir geradeaus zwischen zwei Marktbuden hindurch auf die Menschenmenge sehen, rechts von uns war ein etwas merkwürdiges Spielgerät für Kinder aufgebaut, eine Art aufblasbare Kartbahn, in der Kinder mit kleinen vierrädrigen fahrbaren Untersätzen durch die Gegend brausten, und über dem Markt kreiste eine kleine, handgesteuerte Drohne, die Bellas so gar nicht gefiel. Dieses winzige Ding machte merkwürdige Geräusche und Bella folgte ihm, wann immer sie es wiederentdeckte, mit ihren Augen. 

Als meine Eltern mit ihrer Runde fertig waren, gingen wir gemeinsam in eine Pizzeria, "La Piazza", die ebenso voller Menschen und Hunde war wie auch der Rest der Stadt. Meine Eltern warteten dort mit ihrem Enkelhund auf Christian und mich, damit wir selbst auch mal über den Markt gehen konnten. 

Ich persönlich hatte ja damit gerechnet, dass sie ein Theater sonder gleichen veranstalten würde, weil wir sie alleine bei meinen Eltern gelassen hatten. Stattdessen lag sie, als wir zurück kamen, vollkommen entspannt und im Tiefschlaf unter dem Tisch und hat unser Zurückkommen noch nicht mal wirklich registriert.

Die Kleine lernt dazu! 

Mittwoch, 12. August 2015

In Gedenken an Jimmy.

Im Gegensatz zu Christian hatte ich ja schon Hunde in meinem Leben, wenngleich Bella mein erster Welpe ist. An den ersten Familienhund, Leika, kann ich mich leider nicht mehr erinnern, denn ich war damals viel zu klein. An den zweiten Hund, Boris, einen Riesenschnauzer-Bouvier-Mischling, kann ich mich noch ganz gut erinnern - er sah aus wie ein Schaf, wog gut 60 Kilogramm und war ein sanfter Riese. Doch der dritte Hund war der mir wichtigste, denn im Laufe der Jahre wurde er zu meinem Hund.

Daher darf ich vorstellen: 



Das war Jimmy.

Jimmy wurde am 2. Januar 2001 geboren und kam ca. eineinhalb Jahre danach in unser Zuhause. 

In den ersten eineinhalb Jahren seines jungen Lebens wurde er viel herumgereicht: Er muss ungefähr sechs verschiedene Besitzer gehabt haben, die ihn allesamt immer und immer wieder zurück ins Düsseldorfer Tierheim brachten. Unter anderem war darunter wohl eine Dame, die weit oben in einem Mehrfamilienhaus wohnte und wenig Lust darauf hatte, mehrfach täglich mit ihm vor die Tür zu gehen. Es wurde außerdem vermutet, dass er sich ein paar Wochen alleine draußen herum geschlagen hatte und sich selbst ernähren musste.

Jimmy war das, was man allgemein als Problemhund bezeichnet: Er war in Bezug auf viele verschiedene Situationen sehr ängstlich, reagierte teilweise aber auch aggressiv (eben aufgrund seiner Ängste) und hatte nur wenig Benehmen gelernt. 

Beispielsweise sprang er immer begeistert an Neuankömmlingen hoch und freute sich wahnsinnig, jemanden zu sehen (was Bella übrigens auch macht) - mit seinen ca. 25 Kilogramm Lebendgewicht war das manchmal ganz schön überwältigend. Im Tierheim, seinem letzten Tierheimaufenthalt bevor wir ihn aufnahmen, hatte er einer Pflegerin in absoluter Begeisterung, sie zu sehen, versehentlich einen Zahn ausgeschlagen. 

Aufgrund seines Verhaltens konnten wir von folgenden Dingen ausgehen: Er muss von Kindern geschlagen worden sein (auf Kinder reagierte er relativ aggressiv, zumindest war er kein Freund von ihnen), vermutlich mit Gegenständen wie kleinen Surfbrettern und Regenschirmen, scheint schlechte Erfahrungen mit rauchenden Jugendlichen gemacht zu haben, aber wurde wohl auch mit bloßen Händen verprügelt - sobald man einen Arm auch nur ein wenig hob, schmiss er sich auf den Boden. 

Leinenführigkeit hatte er so gar nicht gelernt - und das haben wir auch nie vollständig bewältigt. Er zog wie verrückt, sobald er angeleint war, sodass wir ihm ein Halti kaufen mussten, um ihn überhaupt festhalten zu können. Viele Leute hielten Jimmy aufgrund des Haltis für gefährlich, dachten er sei bissig, weil Haltis aussehen wie Maulkörbe, doch gefährlich war er an und für sich nicht, doch sein Beschützerinstinkt und seine stürmische Art wirkten trotzdem oft bedrohlich auf andere.

Wir waren auch mal mit ihm in der Hundeschule, in der Hoffnung, dass wir dort das Problem der Leinenführigkeit bewältigen können - und das ist auch der Grund, wieso ich mit Bella KEINE Hundeschule besuchen werde. Meine Mutter brachte mich immer zum Training, doch das Training selbst absolvierte ich gemeinsam mit Jimmy. Der Hundtrainer war relativ entsetzt über Jimmys Verhalten und ging ziemlich rabiat mit ihm um, doch als er, an meiner rechten Seite gehend, Jimmy zu meiner Linken, mit der Leine auf meinen Hund einpeitschte und mich mit erwischte, war für mich das Thema Hundeschule erledigt, ein für alle Mal. 

Ja, mein Jimmy war ein Wildfang. Gleichzeitig war er aber auch der sanfteste und liebste, große, schwarze Wildfang, den man sich vorstellen konnte. Er schlief eigentlich immer in meinem Zimmer, manchmal sogar in meinem Bett (zumindest bis ich eingeschlafen war - das Bett war ihm viel zu warm und er wollte wohl nur, dass ich beruhigt schlafe), und kümmerte sich rührend um mich, wenn es mir schlecht ging. Es gibt Kapitel in meinem Leben, Depressionen und daraus resultierendes Verhalten, das nur er mitbekommen hatte. 

Einmal, als wir in einem Bungalow in Renesse Urlaub machten, habe ich eine Stange zwischen zwei Stühlen aufgehangen und bin mit ihm immer und immer wieder über diese Stange gesprungen - er stellte sich sehr geschickt an, ich nicht so wirklich, weswegen ich mich nach einer Weile ordentlich auf die Nase gelegt habe. Er kam sofort zu mir gelaufen und tröstete mich.

Den Strand liebte er, weil er dort kilometerweit ohne Leine laufen, Möwen jagen, in die Wellen springen oder Bällen hinterherrennen konnte. 

Am 12. August 2008 musste er leider, viel zu früh, nach einigen Wochen Krankheit, eingeschläfert werden. Er starb in meinem Schoß. Mein Herz zerbrach in tausend Teile.

Dienstag, 28. Juli 2015

Bellas Beißhemmung - Fortschritte und Rückschläge.

Welpen sind wahnsinnig niedlich. Fast niemand kann dem Blick eines süßen, kleinen Welpen widerstehen, und kaum einer möchte darauf verzichten, einem Welpen durch das weiche Fell zu streicheln. 

Doch Welpenerziehung ist nicht einfach. Welpenerziehung ist mit harter Arbeit verbunden, es gibt Tage, an denen man verzweifelt, aber auch Tage, die einfach perfekt laufen. Es gibt Tage, an denen ich mit einem Lächeln im Gesicht und Freudentränen in den Augen auf meine kleine Bella gucke und mir denke, dass es besser nicht laufen könnte, aber es gibt auch Tage, an denen ich vollkommen daran verzweifle, dass sie so ein kleiner Wirbelwind ist und ja, dann fließen bei mir, da ich recht nah am Wasser gebaut bin und durch die Anwesenheit dieses kleinen Hundes in meinem Leben wieder etwas mehr an meine sehr emotionale Seite erinnert wurde als in den vergangenen Jahren, die Tränen in Strömen. 

Um Bella eine Beißhemmung anzutrainieren haben wir sie zunächst auf Spielzeugdiät gesetzt. Wir haben die gesammelten Quietschspielzeuge weggeworfen, damit sie spitze Schmerzensschreie als nicht gut identifizieren lernt, und auch alle anderen Spielsachen vorübergehend eingemottet. 

Das funktioniert. Ja, Spielsachen zu entfernen, die den Hund wild machen, weil er mit diesem Spielzeug wild gespielt hat und wild bespielt wurde, hilft wirklich. Sie beißt viel weniger als noch vor zwei Wochen. Meistens jedenfalls - es gibt auch Tage, an denen ich, wie oben schon gesagt, verzweifle und Angst habe, in ihrer Erziehung zu versagen. Tage, an denen sie mir so sehr in meinen Allerwertesten zwickt oder meine Hände attackiert, weil sie mich zum Spielen (ohne Spielzeug) auffordern will, dass mir die Tränen in die Augen schießen. Tage, an denen man meinen könnte, dass Bella nicht Bella sondern "NEIN!" heißt, weil sie öfter "NEIN" als ihren eigenen Namen zu hören bekommt. 

Diese Tage sind hart. Doch gerade an solchen Tagen muss man konsequent sein, um sich dann noch mehr über biss- bzw. zwickfreie Tage freuen zu können. Irgendwann wird sie uns Menschen gar nicht mehr anknabbern, da bin ich mir sicher. 

Viele Internetforen geben auch Hoffnung: Das Zwicken hat bei vielen Hundehaltern nach dem Ende des Zahnens, also mit dem Verlust aller Milchzähne und dem Gewinn aller richtigen Zähne, einfach aufgehört. Das Zahnen sollte mit dem 6. Lebensmonat abgeschlossen sein und dann werde ich berichten, ob und wie sich ihr Zwicken entwickelt - selbstverständlich werde ich mich nicht darauf verlassen, sondern weiter konsequent verbieten, in mich oder andere zu beißen bzw. zu zwicken. 

Montag, 20. Juli 2015

Bella und die fehlende Beißhemmung.

Welpen lernen. Sie lernen die ganze Zeit über, was richtig und was falsch ist, jedenfalls wenn man konsequent genug ist, ihnen ihre Grenzen aufzuzeigen. Dass ausgewachsene Hunde (im Idealfall) nicht wahllos auf Menschenhaut und -kleidung herumkauen, haben sie als Welpen mühsam gelernt. Die Hemmung, nicht jeden anzuknabbern, gar zu beißen, nennt sich Beißhemmung. Diese sollte ein Welpe eigentlich bis zum 16. Lebenswoche, also bis er vier Monate alt wird, gelernt haben - danach wird es schwieriger. 

Bella hat leider keine Beißhemmung erlernt. Sobald man beginnt, mit ihr zu spielen, versucht sie zu zwicken und zu knabbern. Auch an der Leine, bei Spaziergängen, beißt sie mir regelmäßig in die Beine, in den Po, meine Hosen bekamen schon Löcher. Das ist ein Problem. Sogar ein riesiges Problem. Schließlich möchten wir mit ihr spazieren gehen und spielen können, ohne um unsere Kleidung und Körperteile fürchten zu müssen.

Ein lautes Aufquietschen, wenn sie beim Spielen mit Christian und mir zu feste zugebissen hat, bleibt wirkungslos. Beim Spiel mit ihrem Tau wird sie besonders wild: Sie verbeißt sich in dem Tau, zieht wie eine Verrückte, beißt sich vor bis zu meiner Hand und erwischt dann meine Finger. 

Woran liegt dieses Verhalten?
Ich kann nur Vermutungen anstellen: Zum einen denke ich, dass sie sich an Quietschgeräusche gewöhnt hat und diese als toll für Spiele empfindet. Dieses Empfinden wird vermutlich von den Quietschtierchen, mit denen ihre Vorbesitzer sie ausgestattet hatten, ausgelöst. 
Zudem habe ich gesehen, wie die Vorbesitzer in puncto Ziehspiele mit ihr umgegangen sind: "Er" nahm das Tau, lockte sie damit, bis sie sich darin verbiss, dann zeigte er mir "wie gern Bella fliegt" - er hob sie am Tau hoch, legte ihr eine Hand unter den Brustkorb, und hob sie immer wieder von einer Stelle zur anderen, hoch durch die Luft, und Bella hielt sich immer mehr an ihrem Tau fest.

Und was machen wir jetzt?
Wir wollen versuchen, das Wilde aus ihrem Spielverhalten herauszubekommen. Zunächst wird sie auf Spielzeugdiät gesetzt: Das Tau wird versteckt, sie bekommt auch kein Ersatzspielzeug, und die Quietschspielzeuge werden entsorgt - diese sind eh so nervtötend laut, dass uns sämtliche Nachbarn danken werden. 
Beißt sie uns im Spiel ohne Spielzeug oder beim Spaziergang, dann bekommt sie eine Auszeit: In der Wohnung wird sie für eine Weile, bis sie sich beruhigt, hinlegt und entspannt ist, in den Flur gesetzt oder wir verlassen selbst den Raum. Draußen werden wir sie zu uns ran holen, sie zwischen unsere Beine setzen, uns zu ihr runter hocken und sie sanft festhalten, bis sich ihr Puls normalisiert hat und sie sich entspannt. 

Hoffentlich funktioniert's. 

Samstag, 18. Juli 2015

Bella und der Hausputz.

Für uns Menschen ist der regelmäßige Hausputz zwar unerlässlich, körperlich aber doch zumindest ein wenig anstrengend. Staubsaugen, Bodenwischen, Staubwischen, Glas- und Spiegelflächen reinigen... Da kann man hinterher schon mal müde sein oder auch ins Schwitzen kommen. 

Für einen Welpen, der das alles gar nicht kennt, ist der Hausputz noch viel anstrengender und aufregender: 

Ein großes, lautes Ungetüm mit Rädern, einem starren und einem beweglichen Rüssel, aber auch mit einem Schwanz, der seltsammerweise sehr lang und dazu noch mit der Wand verbunden ist, wird von Herrchen oder Frauchen über den Boden geschoben, hinten pustet er Luft heraus, vorne scheint er Sachen zu fressen, die ich selbst nicht fressen darf. Unerhört! Und Herrchen und Frauchen schimpfen noch nicht mal mit ihm, wo er doch ganz offensichtlich alles vom Boden frisst, was da so herum liegt. Das gibt's doch gar nicht! Frechheit! Der gehört angebellt, ab und zu muss ich auch mal rein beißen, vielleicht wehrt er sich ja. Vielleicht will er ja auch spielen, wer weiß? 

Frauchen streichelt außerdem die Schränke und Tische. Ganz liebevoll, mit einem Stofffetzen in der Hand, der sich doch auch prima als Decke für mich eignen würde. Und der wackelt da so rum, unter ihrer Hand hindurch, wackelt und wackelt... Spielen? Spielen? Ist das eine Spielaufforderung? Schnell reinbeißen und ziehen!

"Pffffft", "spritz", nasse Pfütze bleibt zurück. Frauchen benutzt eine komische Flasche, sieht ein bisschen aus wie die Wasserflasche, die wir zu Spaziergängen mitnehmen. Aber da kommt eine übelriechende Flüssigkeit heraus... Irgh! Das geht so nicht! Die Flasche muss aufhören! Hörst du, wie ich belle, du Flasche? Hör auf zu stinken, das brennt in meiner Nase!

Ein Eimer Wasser steht auf dem Boden, das Wasser riecht irgendwie... nach Früchten. Süß. Sowas liegt manchmal auch in meinem Napf. Ob das für mich ist...? Ich geh mal hin. Huch, Frauchen schimpft, ich solle da weg gehen. Kein Trinkwasser. Was macht sie denn jetzt? Ein Tuch im Wasser, das Tuch wird auf den Boden gelegt und aufgespießt - den ganzen Boden macht sie nass! Und ich soll das doch nie machen! Was ist hier nur los?

Man kann nicht wirklich viel gegen die bellenden, neugierigen Reaktionen des Welpen machen - im Endeffekt muss der Welpe die Geräusche kennenlernen, die dazugehörigen Haushaltsgeräte darf er nicht als Feinde empfinden, aber genauso wenig als seine Spielsachen, in die er nach Herzenslust hereinbeißen kann, ansehen. Hier hilft nur: Übung macht den Meister. Wenn man es mal eilig hat, mag es in Ordnung sein, den Hund während des Staubsaugens in ein anderes Zimmer zu setzen, damit er nicht um den Staubsauger herum springen kann, aber im Regelfall muss man ihn mit dem "großen, bösen Feind" konfrontieren und ihn daran gewöhnen. Ist man, so wie wir, zu zweit, kann einer den Welpen in dem Zimmer, in dem gestaubsaugt wird, mit anderen Dingen beschäftigen - durch das Spiel mit einem Plüschtier oder einfach durch die allgemeine Beschäftigung mit dem Welpen.  

Bella jedenfalls war nach unserem ersten Hausputz vollkommen müde, weil alles so neu und spannend war. 


Der Schlaf der gegen Staubsauger Kämpfenden.



Die süßesten Pfötchen aller Zeiten.
 

Donnerstag, 16. Juli 2015

Bellas erster Tag in der Uni.

Ich studiere Germanistik und Anglistik an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Das Semester dauert noch ganze zwei Tage und ich möchte Bella, da ich eh jeweils nur einen Kurs habe, nicht alleine zuhause lassen (das hat sie ja auch noch gar nicht gelernt) und nehme sie daher zu diesen letzten beiden Unitagen mit.

Sie war also heute das erste Mal in der Düsseldorfer Universität, ist das erste Mal mit dem Bus und das erste Mal mit der Regiobahn gefahren. Sie hat das erste Mal eine Straßenbahn von innen gesehen, ging das erste Mal durch einen Hörsaal und lag das erste Mal schlafend in einem Seminarraum. 

Auf dem Campus, aber auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln, zog unser kleines, buntes Hundemädchen alle Blicke auf sich: Große Begeisterung für ihre verschiedenfarbigen Augen, aber auch für ihr vierfarbiges Fell, machten sich breit. Bella ist eben ein Blickfang durch und durch - und das nutzt sie auch vollkommen aus. Ihre süße Art sorgt natürlich dafür, dass ich aber auch sie ständig von Menschen angesprochen werden: "Darf ich sie mal streicheln?", "Ja, wer bist denn du?", "DU BIST JA SÜÜÜÜÜß!" und "OH MEIN GOTT, IST DIE SCHÖN!" gehören zu den häufigsten Sätzen, die wir heute gehört haben.

Und das passiert ausgerechnet mir. Ich habe mich in den letzten beiden Jahren, in denen ich diese Universität besuche, eigentlich immer überall raus gehalten und habe, ehrlich gesagt, auch nur eine Handvoll Freundinnen gefunden, mit denen ich tatsächlich rede. Mir ist heute bewusst geworden, dass Bella mein Leben und mein Wesen von Grund auf ändern wird: Sie wird dafür sorgen, dass ich mich wieder mehr öffnen werde und dass ich mich mit mir fremden Menschen unterhalten werde. Huch. Das geht aber schnell.

Mir ist zu meinem Leidwesen allerdings aufgefallen, dass Bella sich als Staubsauger zu betrachten scheint: Sie saugt so ziemlich alles auf, was auf dem Boden herum liegt - auch Zigarettenstummel. Ich habe da ja eine Theorie: Ihre Vorbesitzer rauchten, vielleicht hat sie sich so an den Geruch gewöhnt und ist sogar ein kleines bisschen nikotinsüchtig geworden, oder sie denkt sich einfach "Das nehmen Menschen in den Mund, das muss für mich auch lecker sein" und sammelt die Dinger deswegen auf. Diese Eigenart muss ich ihr schnellstmöglich abgewöhnen - stattdessen soll sie sich lieber mit Leckerchen den Bauch voll schlagen. Wir haben heute schon damit angefangen: Pro Zigarettenstummel ein "Nein" und ein Leckerchen als Tauschgeschäft. 

Nach all der Aufregung bei diesem warmen Wetter hat sie zuhause erstmal einen Eiswürfel bekommen, den sie mit völliger Begeisterung aufschleckte. Eiswürfel sind gut für das Zahnfleisch und werden ihr auch in der Phase des Zahnens gut tun.