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Sonntag, 27. September 2015

Zerstörungswut.

Bella ist zurzeit etwas ungehalten. Vielleicht liegt es am Umzug, vielleicht am Wachstum der neuen Zähne und ihres hinteren Körperteils, vielleicht aber auch einfach an ihrem Welpendasein, am Welpenwahnsinn. Ihre gesammelten Stoffspielzeuge hat sie mittlerweile alle zerstört: Dem Pandabären fehlen inzwischen seine Augen, bei ihren "Gladiator"-Spielzeugen hat sie die Nähte aufgetrennt und versucht, deren Inneres zu essen, und so weiter und so fort... Ich nähe die Sachen so gut ich kann, aber auch diese Nähte reißt sie wieder auf. 

Der Pandabär vor seinem Untergang.

Die Zerstörung des Gladiators - 2 Minuten später hatte sie das Innenfutter im Mund. 

Inzwischen klaut sie auch vermehrt unsere Sachen - keine Kissen oder sowas, nein, sie klaut Schwämme, Farbrollen, die noch vom Streichen in der Wohnung liegen geblieben sind, zupft an Decken, nimmt Putzlappen mit. Und jede Beute wird entweder in ihre Höhle gebracht oder sie versucht sie hinter einem Vorhang zu verstecken. 

Am Freitag hat sie Pappkartons und Füllmaterial einer IKEA-Verpackung mitgehen lassen, die Sachen in ihre Höhle geschleppt und wollte sie zerkauen und auffressen. Ihr Futter hingegen, dass sie sonst mit Wonne aufgeschlabbert hat, mag sie momentan nicht. Sie nimmt ein paar Bissen und lässt es stehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Stofffasern so viel leckerer sein sollen als Welpenfutter... 

Wenn sie wieder irgendetwas klaut, muss ich mich sehr zusammenreißen, um nicht laut loszulachen sondern ihr stattdessen zu sagen, dass das nicht in Ordnung ist - es sieht einfach zu albern aus, wenn sie mit stolzgeschwellter Brust ein Stück Pappe schwanzwedelnd in ihre Höhle trägt, aber auf "Nein" oder "Aus" muss sie trotzdem reagieren.

Als Hundemama mache ich mir jedoch Sorgen darum, dass sie momentan nicht wirklich gern frisst. Das kann daran liegen, dass sie Schmerzen im Maul hat, aber auch an unserem Umzug, der neuen Umgebung und daran, dass sie sich noch nicht wirklich eingelebt hat.

Was man in dem Fall des Nichtfressens nicht machen darf ist, das Futter stehen zu lassen, damit sie es im Laufe des Tages frisst. Zum Einen wird ihr Futter, da wir es mit ein wenig Joghurt mischen, dann zu matschig und eklig, zum Anderen aber gewöhnt sich ein Hund schnell daran, dass immer Fressen vorhanden ist und wird automatisch zum "schlechten Esser". Also nehmen wir ihr das Futter, das sie morgens oder abends stehen lässt, weg, damit es nicht dauernd verfügbar ist. Klar ist das ein doofes Gefühl, wenn man weiß, dass der Hund eigentlich hungrig ist - aber in diesem Fall ist Hungern besser als falsches Essverhalten zu erlernen.

Freitag, 17. Juli 2015

Ein federleichtes Welpenmädchen.

Bella ist sehr klein und zierlich. Ihr Fell ist noch welpentypisch verwuselt, aber man sieht darunter ihre Knochen und kann ihre Rippen fühlen. 

Dass man das kann, war mir überhaupt nicht geheuer. Ich hatte das Gefühl, da kann irgendetwas überhaupt nicht stimmen.

Zunächst mal angefangen bei den vom Vorbesitzer empfohlenen Futterrationen. Man gab mir ein sehr, sehr günstiges, nein, eher schon billiges Futter von Obi mit, weil "sie andere Futtersorten nicht verträgt". In Ordnung, das mag ja so sein, auch wenn ich absolut kein Fan von spottbilligem Futter bin. Zwei Hände voll, jeweils morgens und abends, sollten es von diesem Futter sein. Okay, gut. 

Ich wog die von ihnen empfohlene Futtermenge ab: Es waren ungefähr 160 Gramm Futter. 

Meine Recherchen zu Futtermengenempfehlungen ergaben dann Folgendes:
Australian Shepherds werden ca. 50 cm hoch und wiegen dann zumeist zwischen 20 und 26 Kilo. Die empfohlene Futtermenge für Welpen, die diese Größe und dieses Gewicht erreichen sollen, im Alter von 3 Monaten (sie ist ja dreieinhalb Monate alt) liegt - wobei es hier herstellerbezogene Unterschiede gibt, die vom jeweiligen Nährstoffgehalt des gewählten Futters abhängen - bei ungefähr 320 Gramm täglich. 

Das billige Futter habe ich mir dann mal genau angesehen. Es roch nicht sonderlich gut und die Futterstücke wirkten, als seien sie von innen hohl. Kein Wunder, dass volle Hände nicht viel Futtergewicht hergaben.

So oder so war meine Vermutung bestätigt: Die kleine Bella war schwer untergewichtig. In ihrem Alter hätte sie ungefähr 8 Kilo wiegen sollen. Doch ein Gang auf die Waage zeigte, dass sie nur 5,7 Kilo auf den Rippen hatte. 

Völlig entspannt auf der Waage.
Wie kriegt man einen Welpen auf eine Waage? Ich empfehle, eine Wanne auf die Waage zu stellen, diese vorher zu wiegen, den - möglichst müden - Welpen in die Wanne zu setzen und das Gesamtgewicht minus des Gewichts der Waage zu rechnen. Ist der Welpe nicht müde oder wird durch das Setzen in die Wanne wieder wach, kann man ihn auch mit Leckerchen in die Wanne locken (wobei das Tierchen dann natürlich etwas schwerer wird ;)). 

Mir wurde sofort klar: Die Kleine braucht mehr Futter. Und besseres Futter. Futter, das mehr Inhalt für den Hundemagen bietet, das Wachstum unterstützt und sie mit den richtigen Vitaminen versorgt. Wir probieren nun erstmal die Hausmarke vom Futterhaus aus, deren Nährwerte ganz gut aussehen. Mal sehen, was sie dazu sagt. 

Das erste Testessen des neuen Futters inklusive Möhren - Möhren unterstützen die Zahnreinigung.