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Freitag, 21. August 2015

Auf in den Urlaub!

Heute ist es so weit: Der erste Urlaub mit Bella geht los!

Doch unser erstes Tagesziel heute war ein erneuter Besuch beim Tierarzt. Bellas Bindehautentzündung ist durch die Schonung und die Behandlung mit der Salbe schon wesentlich besser geworden - das Auge geht wieder vollständig auf und die Rötung ist fast vollständig verschwunden. 

Pünktlich um 9 Uhr, zum Start der Sprechstunde, waren wir die ersten und einzigen, die an diesem sonnigen Morgen im Wartezimmer des Tierarztes standen. Bella war wieder vollkommen aufgeregt: Mal wieder nicht vor Angst, sondern vor lauter Freude. Sie quietschte und fiepste, als sie nicht sofort zum Arzt durch gehen durfte. Zwar beschnupperte sie hier und da den Boden, vermutlich weil so viele andere Tiere und Menschen schon dort saßen, standen, lagen und gingen, aber das Hauptziel ihres Interesses war das Behandlungszimmer.

Endlich durften wir durchgehen - so muss es sich jedenfalls für Bella angefühlt haben. Sie stürmte auf Herrn Dr. Müschenich los, als hätte sie ihn jahrelang nicht mehr gesehen (dabei war unser letzter Besuch ja erst am Dienstag). Die Spritzen, die sie bekommen hat, fand sie dieses Mal zwar nicht ganz so toll wie das letzte Mal, aber die Streicheleinheiten vom Arzt und die Komplimente, mit denen er sie überschüttete (okay, die waren wohl eher was für mich als für Bella, sie versteht sie ja nicht), ihr sagte, dass es fast schon unverschämt sei, so schön zu sein wie sie und dass sie der hübscheste und süßeste Hund der Welt sei, schien die kleinen Stiche wieder vergessen zu machen. 

Bella ist nun also urlaubsfertig: Ihr Auge ist behandelt, sie hat alle Impfungen, die sie für Reisen innerhalb der EU braucht, ihre Reisetasche ist gepackt. Der Rucksack vom Welpenclub ist prall gefüllt - Leckerchen, Wasser, Näpfe, Leinen, Spielzeug, ihre Lieblingsdecke, der Clicker, alles ist dabei. In ihrer neuen Auto-Hängematte (ein Autoschonbezug, der zwischen Rück- und Vordersitze gespannt wird) gefällt ihr offensichtlich schon sehr gut. 

In wenigen Stunden ist es so weit: Wir machen uns auf den Weg nach Renesse (Niederlande). Vorher machen wir noch einen schönen Spaziergang, damit Bella auf der Fahrt entspannt ist. 

Dienstag, 18. August 2015

Die Bindehautentzündung.

Es ist wirklich zum Verrücktwerden.

Das wacht man morgens relativ gut ausgeschlafen auf (ich hab Semesterferien, ich darf lange schlafen ;) ), weil einerseits das Handy vibriert und andererseits der Welpe mit den Vorderpfoten auf dem Bett steht, öffnet beide Augen und schaut dem Welpen in seine  treuen Augen...

...in sein Auge..

Moment. Was? Nur ein Auge? Nur eins ist offen? Da gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Bella schläft selbst noch halb, oder irgendetwas stimmt mit ihrem Auge nicht. 

Sie zog sich recht schnell wieder von mir zurück, wankte in ihre Höhle und legte sich wieder schlafen. Aber ich wollte wissen, warum ihr Auge nicht auf ging, also folgte ich ihr und öffnete es vorsichtig mit zwei Fingern. Es schien ihr unangenehm zu sein, zusätzlich war es knallrot.

Wir fuhren zu unserem Tierarzt und kamen glücklicherweise auch direkt dran. Bei der Behandlung war sie ziemlich zappelig, aber eher, weil sie sich so sehr freute, den Tierarzt zu sehen und nicht stillhalten, sondern lieber um ihn herumwuseln und sich streicheln lassen wollte. Die erste glückliche Nachricht zur Diagnose kam schnell: Es ist keine Hornhautentzündung. Stattdessen handelt es sich wohl nur um eine leichte Bindehautentzündung, die wir mithilfe einer Salbe und zweier entzündungshemmender Mittel, die ihr gespritzt wurden, in den Griff kriegen werden.

Puh. Was für ein Glück.

Woran erkennt man eine Entzündung im Auge?
Nun, das erste, offensichtlichste Symptom, das ich heute Morgen direkt gesehen habe, ist, dass das Auge nicht mehr richtig auf geht, die Lider scheinen aneinander zu kleben.
Das zweite Symptom ist eine Rötung des Auges - Nicht der Iris oder der Pupille, sondern des eigentlich weißen Bereiches des Auges, also der Bindehaut.  

Was ist nach der Diagnose zu tun?
Selbstverständlich müssen die vom Arzt verschriebenen Medikamente entsprechend verabreicht werden - in unserem Fall bekommt Bella zweimal eine Salbe direkt in das entzündete Auge.
Zudem müssen Wasser, Dreck und Zugluft vermieden werden - natürlich muss der Hund trotzdem regelmäßig raus, aber ausgedehnte Spielrunden mit anderen Hunden sollten vorerst vermieden werden.  

Was kann man für die Augengesundheit des Hundes generell machen?
Eine Bindehautentzündung, eine Hornhautentzündung oder gar eine andere Verletzung des Auges kann nie mit absoluter Sicherheit verhindert werden. Allerdings ist es wichtig, die Augen des Hundes sauber zu halten. Hierzu nimmt man ein weiches Tuch, beispielsweise ein Kosmetiktuch, befeuchtet dieses mit lauwarmen Wasser und wischt vorsichtig das Auge sauber. 

Sonntag, 16. August 2015

Die Wurmkur - Welpengesundheit aus der Spritze.

Welpen (und manchmal auch erwachsene Hunde) haben eine unangenehme Angewohnheit: Sie fressen Dinge, die sich nicht fressen sollten. Dinge, die auf der Straße liegen oder auf der Wiese, Dinge, die der Halter oftmals gar nicht richtig im Blick haben kann, weil sie schneller im Hundemund verschwinden als wir sie richtig erblicken können.

Warum machen Welpen (und Hunde) das?
Für Welpen ist es nicht nachvollziehbar, etwas Essbares, das unbeobachtet und herrenlos in der Gegend herum liegt, liegen zu lassen und nicht fressen zu dürfen. Selbst wenn der Welpe eigentlich satt ist, weil er gerade eine Portion Futter bekommen oder mit etlichen Leckerchen zum Ausführen verschiedener Übungen gebracht wurde, ist das herumliegende potentielle Futter interessant. Der Welpe weiß ja prinzipiell nicht, dass sein Mensch dafür sorgt, dass er jeden Tag, jeden Abend mit kugelrundem, gesättigtem Welpenbäuchlein ins Bett geht. Er frisst auf Vorrat, falls mal schlechte Zeiten kommen. 

Was ist das Problem daran?
Nunja, zum einen ist nicht alles, was der Welpe für fressbar hält, wirklich essbar. In Bellas Fall waren es beispielsweise auch gerne mal Zigarettenstummel - sie sah Menschen, die Zigaretten im Mund hatten, und hielt diese dann offensichtlich für etwas Essbares. Nikotin oder Zigarettenfilter sind zwar keineswegs gut für den Hund, aber richtig fies wird es, wenn der Welpe etwas Giftiges erwischt. Beispielsweise Rattengift. Oder aber auch einen von einem Hundehasser ausgelegten Giftköder oder Würstchen mit Rasierklingen darin. So traurig es ist, aber es gibt tatsächlich genügend pervers, kranke Spinner, die soetwas auslegen, um Hunden absichtlich zu schaden. Blöd ist es aber auch, wenn der Welpe beispielsweise den Kot von einem anderen Hund frisst. Das ist nicht nur eklig für uns Menschen, sondern kann auch Parasiten wie beispielsweise Würmer mit sich bringen.

Welpen nehmen aber nicht nur dadurch, dass sie irgendetwas fressen, Wurmeier in sich auf, sondern können diese leider auch durch Schnuppern aufnehmen - das heißt jedoch nicht, dass man seinem Hund das Schnuppern verbieten sollte! Das Fressen irgendwelcher Dinge zu verbieten, ist jedoch essentiell und sollte trainiert werden. Wir bringen Bella bei, dass sie jedes Mal, wenn sie etwas in den Mund nimmt (außer Stöckchen), das nicht von uns kommt, ein "NEIN" zu hören bekommt. Ein erfolgreich akzeptiertes "NEIN" wird mit einem Leckerchen von uns belohnt.

Wichtig ist jedoch, dass der Welpe regelmäßig entwurmt wird. Es gibt Wurmkuren in verschiedenen Formen, beispielsweise als Paste oder als Tablette. Die Menge der Wurmkur hängt jeweils vom Gewicht des Hundes ab.

Bella bekommt momentan eine Wurmkur in Form einer Paste. Als ich sie das erste Mal entwurmt habe, vor einem Monat, einen Tag nachdem ich sie abgeholt hatte, war ich höchst fasziniert: Sie fraß die Wurmkur ohne zu zöger direkt aus der Spritze, in der die Paste steckte. Mittlerweile weiß ich allerdings, dass dies nicht daran lag, dass die Kur so gut schmeckte, sondern daran, dass sie vollkommen unterernährt und ausgehundert war. 

Heute bekam sie ihre nächste Wurmkur, eine wesentlich größere Portion als das letzte Mal, denn schließlich wiegt sie mittlerweile gut 10 Kilogramm - das Füttern mit gutem Futter und ausreichender Menge war also erfolgreich. Ich habe mir die Paste zunächst auf die Hand geschmiert, weil ich die Hoffnung hatte, dass sie sie doch wieder einfach frisst. Das hat jedoch leider nicht geklappt, also habe ich Christian gebeten, mir einige Leckerchen zu geben, diese dann mit der Wurmkurpaste bestrichen und ihr verabreicht. Sie war zwar nicht begeistert, spuckte die Leckerbissen auch einige Male wieder aus, hat sie letztendlich aber trotzdem vernichtet. Die übrige Paste strich ich auf einen kleinen Kauknochen, den sie eh schon den ganzen Tag über ableckte - kleine Tricks also, damit die kleine Welpendame ordentlich entwurmt eine Chance hat, gesund zu bleiben. 

Samstag, 18. Juli 2015

Hallo, Herr Doktor!

Welpen brauchen eine ganze Reihe von Impfungen, damit die Grundimmunisierung ihres kleinen Körpers gewährleistet wird. In Bellas Fall stand die Wiederholung der Impfung gegen
Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Parainfluenza und Leptospirose sowie ihre erste Tollwutimpfung an.

Was kann beim Tierarztbesuch alles schief laufen?
Das Wartezimmer ist in der Regel klein und dort sitzen, liegen oder stehend verschiedenste Tierarten, mit oder ohne Transportbox, die gespannt, ungeduldig oder ängstlich auf ihre Untersuchung und Behandlung warten. Dieses Sammelsurium aus unterschiedlichen Arten, Rassen und Stimmungen kann das eigene Tier extrem unter Druck setzen, Stress und Angst verursachen - und leider führen Stress und Angst häufig zu mehr oder weniger aggressivem Verhalten gegenüber anderen Anwesenden.
Das eigene Tier kann aber auch gegenüber dem behandelnden Arzt vollkommen in Panik ausbrechen. Spritzen schmerzen, Untersuchungen sind unangenehm, der Untersuchungstisch ist zumeist höher als das Tier groß ist - man findet hier viele potentielle Angst- und Stressquellen für den kleinen Liebling, die es zu meistern, bewältigen, verharmlosen gilt.

Was ist bei Bellas erstem Tierarztbesuch mit uns schief gelaufen?
Glücklicherweise nicht viel. Bella hat sich im Wartezimmer vor lauter Freude über die anderen Hunde und Menschen, die im Wartezimmer saßen, lediglich eingepieselt - und Urin kann man glücklicherweise sehr schnell wegwischen. Sie hat jeden freundlich begrüßt, wurde nach einigen Minuten jedoch wieder ruhig und legte sich zu unseren Füßen auf den Boden. Zwar schlief sie nicht, beobachtete jedoch die Situation sehr genau und begeisterte die anwesenden Wartenden mit ihren verschiedenfarbigen Augen und ihrem bunten Fell. Der Trick dabei ist, finde ich jedenfalls, dem Hund nicht zu vermitteln, dass jetzt etwas passieren wird, was ihm Angst machen könnte: Der Halter sollte sich ruhig verhalten, mit ruhiger Stimme sprechen, und seinem Tier auch erlauben, die anderen Tiere kennenlernen zu dürfen - selbst wenn sich das Tier dort eine Abfuhr in Form eines Knurrens, Fauchens oder sonstiger Reaktionsmöglichkeiten einfängt. 
Im Behandlungszimmer war Bella gewohnt interessiert, orientierte sich jedoch vor allem an den anwesenden Menschen: Christian, mir und unserem wunderbaren Tierarzt Herrn Dr. med. vet. Müschenich. Sie ließ sich ganz entspannt auf den Tisch heben, schaut jedoch etwas ängstlich abwärts - immerhin war der Weg nach unten wesentlich weiter als die kleine Welpendame springen konnte. Wir setzten sie weiter mittig auf den Tisch, damit sie nicht zu oft nach unten schaute, und streichelten Sie. Auch bei der Behandlung durch Herrn Dr. Müschenich waren wir bei ihr, hielten sie fest, streichelten sie. Ohne Murren und Knurren ließ sie das Setzen zweier Spritzen über sich ergehen und bekam dafür natürlich Lob und Leckerchen. Ihr Untergewicht sei, wie ich es mir schon dachte, mit gutem und reichlich Futter vermutlich schnell in den Griff zu kriegen, ihre Haut und das Fell seien höchstwahrscheinlich ungezieferfrei (durch ein Bad mit Nivea-Shampoo - was sich übrigens nicht für Hunde eignet, egal ob Welpe oder ausgewachsen - durch die Vorbesitzer war dies etwas schwer festzustellen) und ihr dauerndes Kratzen käme von der Abneigung gegen das Geschirr. Die Milchzähnchen sehen gesund aus, die Ohren seien sauber und das Herzchen schlage auch perfekt. Bella bekam ihren blauen EU-Ausweis, mit dem sie ab Mitte August auch ins EU-Ausland reisen darf - Niederlande, wir kommen!

Bei Tierarztbesuchen gilt also: In der Ruhe liegt die Kraft. Selbstverständlich kann es passieren, dass der Hund Tierarztbesuche, die Räumlichkeiten des Tierarztes und den Tierarzt selbst als Bedrohung und als Quelle des Schmerzes ansieht, doch als Halter sollte man dem Hund dies nie vermitteln, selbst wenn man weiß, wie er reagieren könnte. 

Hoffentlich positiv verknüpft hat sie mit dem Tierarztbesuch den darauf folgenden, ausgiebigen Besuch im Futterhaus, wo sie neues Spielzeug und Leckerchen abstauben konnte.