Donnerstag, 17. September 2015

"Bei Fuß!" ... oder auch nicht.

Welpen zieht es, sobald sie draußen sind, in alle Himmelsrichtungen - links ist ein interessanter Busch, und oh, dort rechts, da flattert ein Blatt, und da hinten, hinter den 12 Autos, da kommt doch ein anderer Hund, oder etwa nicht?

Ja, Ablenkungen gibt es draußen wie Sand am Meer. Und wir als Herrchen und Frauchen wollen doch eigentlich nur einen gemütlichen Spaziergang mit unserer Kleinen machen, am besten wäre es, wenn sie auch noch bei Fuß gehen würde und nicht mit Vollgas in Richtung der nächsten Ablenkung drängen würde. 

Doch nicht ihrem Drang, ihrem Instinkt, zu folgen und den Verlockungen der Welt stattdessen zu widerstehen, ist - wie das Wort "Instinkt" unschwer erkennen lässt - absolut unnatürlich für den Welpen (und für erwachsene Hunde auch - doch gut erzogene Hunde schaffen es, ihren Impulsen stand zu halten). Lernen muss ein Welpe genau das trotzdem: Bei Fuß gehen, nicht allem hinterher jagen.

Bella davon zu überzeugen, wenn sie etwas weiter weg gelaufen ist, zu uns zurück zu kommen, klappt mittlerweile meistens sehr gut: Wenn ihre Leine unter Spannung steht, sie also nicht weiter laufen kann, aber trotzdem nach vorne zu ziehen versucht, bleiben wir stehen. Wir ankern also, spielen Baum und bewegen uns nicht weiter. Bella bleibt dann stehen, guckt sich nochmal um und kommt dann zu uns zurück gelaufen. So weit, so gut.

"Bei Fuß" ist aber wieder ein ganz anderes Thema - es klappt nämlich noch nicht so gut. Natürlich, von einem fünfeinhalb Monate alten Welpen erwarte ich das auch nicht. Aber seitdem wir sie haben, wird die Strecke, über die sie "Bei Fuß" geht, immer länger. Unser Trick besteht aus reichlich Leckerchen für die "Bei Fuß" gelaufene Strecke, denn Bella ist wahnsinnig verfressen.* Ein "Bei Fuß"-Gehen einzuleiten funktioniert am besten, wenn Bella erstmal neben mir "Sitz" macht. Dann halte ich ihr ein Leckerchen vor die Nase, sage "Komm" und laufe los. Das Leckerchen halte ich in Hüfthöhe - sie riecht es noch, kommt aber nicht dran. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht versucht: Im Stechschritt neben mir her laufend versucht sie, meine Hand durch stupsen und knabbern zu öffnen. Wenn sie das tut, halte ich das Leckerchen noch etwas weiter oben, damit sie weniger Chancen hat, an meine Hand zu kommen. Ist sie eine Weile "Bei Fuß" gegangen, hat also das richtige Verhalten gezeigt, sage ich "Bei Fuß" und gebe ihr ein Leckerchen. Meistens macht sie dann einen Abflug, bleibt sie aber bei mir und geht weiterhin "Bei Fuß", dann folgen weitere Kommandos mit weiteren Leckerchen. Den Gang neben ihrem Menschen mit dem Kommando "Bei Fuß" und den Leckerchen zu verknüpfen, fällt Welpen oft schwerer als "Sitz" und "Platz" zu lernen. Aber Übung macht den Meister!

*In den letzten Tagen klappt die Überzeugung mit Leckerchen nicht so gut, da sie einerseits wohl Schmerzen beim Kauen hat und andererseits etwas am Essen zu mäkeln versucht. 

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