Sonntag, 23. August 2015

Der erste Strandspaziergang.


Wasser ist nass. Wasser ist fürchterlich nass, meistens dazu auch noch kalt, und zu allem Überfluss ist das Wasser am Meer auch noch salzig. Und sandig. Und komische, pieksende Muscheln liegen da auch noch überall rum. 

Bella war trotzdem vollkommen begeistert von ihrem ersten Tag am niederländischen Nordseestrand in Renesse. Bei strahlendem Sonnenschein, aber nicht zu großer Wärme, mit ein wenig Wind dazu, waren wir heute das erste Mal mit ihr am Meer. 

Wir sind bestimmt 3 Stunden, vielleicht auch etwas länger, unterwegs gewesen. Wichtig bei Welpen ist es jedoch, dass sie während solcher Ausflüge genug Pausen bekommen - und gerade bei Bella, die ein wahrer Wirbelwind ist und ihre eigene Kraft gerne mal maßlos überschätzt, die aber auch sehr gerne sehr wild wird, ist es wichtig, Pausen einzubauen, in denen der Welpe trinken, ein bisschen herumliegen und seine Umgebung beobachten kann. Insbesondere Australian Shepherds müssen zur Ruhe erzogen werden, damit sie als erwachsene Hunde nicht vollkommene Adrenalin-Junkies werden.

Christian und ich spazierten also mit Bella in aller Seelenruhe, aber auch mit einigen Rückruf- und "Bei Fuß"-Trainingseinheiten, den Oude Moolweg in Renesse herunter, bis wir in der Nähe des Strandaufgangs "Jan van Renesseweg", genauer gesagt am Fahrradparkplatz, angekommen waren. Auf dem Weg hatten wir schon die verschiedensten Hunde und Menschen getroffen: Große und kleine Hunde, Hunde, die spielen wollten, andere, die Bella nicht kennenlernen wollten und sie deshalb anknurrten, ältere Menschen mit Rollatoren, Kinder auf Fahrrädern und in Bollerwagen. Bella brauchte deswegen ihre erste Pause. Wir saßen auf einer Bank und beobachteten die Leute, die an uns vorbei gingen oder fuhren. Und Bella hat glücklicherweise einiges dazu gelernt: Sie möchte schon nicht mehr jeden Menschen, der an ihr vorbei geht, anspringen und kennenlernen, sondern wartet darauf, ob jemand sie kennenlernen möchte, bevor sie ihm näher kommt.

Unsere nächste Etappe führte uns den Strandaufgang hinauf, wieder vorbei an vielen Kindern, Erwachsenen und Hunden, bis wir an der nächsten Bank ankamen und dort nochmals Rast machten, obwohl wir nicht lange gelaufen waren, einerseits weil Christian und ich unsere Schuhe ausziehen wollten, um den Sand zwischen den Zehen zu spüren, andererseits aber auch damit Bella noch ein wenig mehr Übung in puncto Ruhe bekommt. Bei diesem Stopp schaffte sie es sogar, nicht jedem vorbeilaufenden Hund hinterher hechten zu wollen, sondern ging nur auf die zu, die auch in ihre Richtung gingen. So saßen wir also auch hier eine ganze Weile in der Sonne, Bella grub sich ein Loch in den warmen Sand unter der Bank, damit sie die kühleren Schichten erreichen und einen angenehmen Liegeplatz finden konnte.



Die dritte Etappe des Spaziergangs brachte uns endlich ans Wasser. Bella flitzte von einer Welle zur nächsten, ohne sich wirklich sicher zu sein, ob ihr die Wellen an sich geheuer sein sollten oder eher nicht - schließlich ging sie so weit ins Wasser, wie es ihr angenehm war, und dann kam immer und immer wieder eine dieser blöden Wellen und erdreistete sich, Bella von oben bis unten nass zu machen. Frechheit!

"Böse Welle! Mach mich nicht noch nasser!"
Zu Bellas großer Freude waren natürlich die Hunde auf unserem Hinweg zum Strand nicht die einzigen Artgenossen, denen sie heute begegnete - ob klein, ob groß, über den gesamten Strand verteilt liefen etliche Hunde, mit oder ohne Leine, von denen einige sogar bereit waren, unseren kleinen Wirbelwind kennenzulernen. Vor allem Hündin Mokka (die Hündin eines niederländischen Ehepaares) hat es Bella angetan: Die beiden spielten wie verrückt, Mokka butterte Bella unter, warf sich aber ebenfalls theatralisch wie von ihr umgeworfen auf den Rücken. (Fast) Jeder Hund weiß, dass es keinen Spaß macht, bei Spielen immer nur zu verlieren. 

Bella und Mokka beim Spielen.
Nach dem ausgedehnten Spiel mit Mokka wollte Bella nochmal kurz ins Wasser, um sich abzukühlen. Danach wurde sie irgendwie komisch: Sie bellte und zupfte an uns herum, doch wir waren darauf vorbereitet, denn schon beim letzten Plantschen in einem kleinen Hundepool hatte sich bei uns die Vermutung eingeschlichen, dass Bella, sobald sie keine Lust mehr hat, zu plantschen oder nass zu sein, unbedingt abgetrocknet werden will und dies durch Bellen und Zupfen an unseren Händen oder unserer Kleidung deutlich macht. Wir waren also mit einem großen Handtuch bewaffnet, hielten es ihr hin, sie hörte auf zu bellen und wir trockneten sie ab. Genüsslich ließ sie sich abtrocknen, danach wollten wir noch ein paar Meter weiter gehen, doch auch das schien ihr nicht zu gefallen: Sie bellte wieder und zupfte an uns herum. Unser Welpe wollte also wieder etwas von uns. Da wir nur raten können und uns dachten, dass sie vielleicht eine Pause machen wollte, blieben wir stehen und Bella schmiss sich sofort auf den Boden. Wir machten es uns im Sand gemütlich und beobachteten Menschen, Hunde und Möwen aus sicherer, entspannter Entfernung. 

Ein Blick in die Weiten des Meeres.

Ein Blick auf die fotografierende Hundemama.

Genussvoll die Nase in die Sonne halten.

Nach bestimmt einer halben Stunde des Sonnenbadens und Beobachtens haben wir uns auf den Rückweg zum Bungalow gemacht - natürlich mit vielen Trink- und Entspannungspausen.

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