Donnerstag, 3. September 2015

Enthüllungen ihrer Vergangenheit.

Trotz ihres so jungen Lebens hat Bella schon eine Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die mehr oder weniger im Dunkeln liegt. 

Wir haben Bella ja nicht einem Züchter, sondern einer jungen Familie abgekauft. Vielleicht bin ich zu gutgläubig. Oder, um es weniger böse auszudrücken, vielleicht glaube ich an das Gute im Menschen. Allerdings hätte ich, da ich ja schon mal einen Hund hatte, dessen Vergangenheit im Dunkeln lag, aber definitiv nicht rosig war, ahnen können, dass in Bellas Vergangenheit nicht alles gut gelaufen ist.

Unsere kleine Bella hat, schon seitdem wir sie haben, ein klitzekleines "geschäftliches" Problem. So doof es sich anhört, aber ihr großes Geschäft scheint ihr schon immer irgendwie unangenehm zu sein: Sie guckt dabei ziemlich niedergeschlagen und kann nicht an einer Stelle sitzen bleiben, sie bewegt sich stattdessen vorwärts, im Kreis watschelnd.

Meine Mutter hat die Theorie aufgestellt, dass Bella sich noch nicht daran gewöhnt hat, ein großes Geschäft zu verrichten.

Christian hat nun aber eine Theorie, die mir irgendwie einleuchtender erscheint. Heute Morgen, während sie wieder ihr kleines "Tänzchen" aufführte, hing ihre Leine an einem Schild fest. Christian hob also seinen Arm, um die Leine zu befreien - da unterbrach Bella ihr Geschäft, fing an zu jaulen und rannte weg. 

Des Rätsels Lösung scheint also zu sein, dass Bella irgendwann, bevor wir sie adoptiert haben, geschlagen wurde, während oder weil sie ihr Geschäft verrichtete. Anders lässt sich ihre Reaktion eigentlich kaum erklären - Jimmy, mein erster Hund, zeigte ähnliche Reaktionen auf erhobene Arme, Regenschirme, kleine Surfbretter... ach, die Liste ist schier endlos. 

Das erklärt, ehrlich gesagt, auch die freudige Aussage des Freundes der Vorbesitzerin, der sagte: "Sie macht auch nicht mehr in die Wohnung!". Mit welchen Methoden man das einem dreieinhalb Monate alten Welpen beigebracht hat, will ich nicht ganz genau wissen, aber ich ahne es. Wie wir ihr zeigen, dass wir uns freuen, dass sie ihr Geschäft macht, vor allem, dass sie es draußen macht, wissen wir noch nicht. Freudiges "Feiiiiiiiine Bella" versteht sie in diesem Zusammenhang noch nicht, aber wir können es versuchen. Ich hoffe, dass sie irgendwann keine Angst mehr hat. 

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